Angebotsschreiben automatisieren: was danach von Hand bleibt
Eine Anfrage kommt herein, formlos, drei Zeilen: ob Sie so etwas machen, ungefaehr in dieser Groesse, moeglichst noch in diesem Quartal. Keine Mengen, kein Termin, kein Ansprechpartner ausser der Absenderadresse.
Bis daraus ein Angebot wird, vergehen zwei Tage. Nicht weil es schwierig waere. Sondern weil die Anfrage zwischen einer Baustelle, einer Rechnung und einem Rueckruf liegt, und weil zuerst geklaert werden muss, was der Absender ueberhaupt meint.
Das ist die eigentliche Rechnung. Die Bearbeitung kostet vielleicht vierzig Minuten. Die Liegezeit kostet Auftraege, weil in den meisten Ausschreibungen ohne foermliches Verfahren der gewinnt, der als Erster ein sauberes Dokument auf dem Tisch hat. Genau an dieser Liegezeit laesst sich etwas machen, und zwar ohne dass jemand die Preishoheit abgibt.
Wie das Angebot heute entsteht
Zerlegt man den Vorgang, kommen fast immer dieselben neun Schritte heraus:
- Mail lesen und einordnen, worum es geht.
- Feststellen, was fehlt: Menge, Termin, Ort, Ansprechpartner, technische Randbedingungen.
- Rueckfrage schreiben. Oft in mehreren Runden, weil beim ersten Mal nicht alles gefragt wurde.
- Warten. Zwischen einem und fuenf Tagen.
- Ein vergleichbares altes Angebot suchen, um nicht bei null anzufangen.
- Positionen zusammenstellen und Preise pruefen, ob sie noch stimmen.
- Das Dokument bauen, Kopf, Anschrift, Nummer, Zahlungsbedingungen.
- Einmal gegenlesen.
- Senden und eine Wiedervorlage setzen, die dann doch niemand setzt.
Reine Arbeitszeit: fuenfundzwanzig bis sechzig Minuten. Verteilt ueber zwei bis fuenf Tage. Von den neun Schritten sind genau zwei fachlich anspruchsvoll, naemlich fuenf und sechs. Der Rest ist Formsache, und Formsache ist der Teil, den Maschinen koennen.
Was sich davon abnehmen laesst
Es lohnt sich, das nicht als ein Vorhaben zu denken, sondern als vier getrennte Stuecke. Jedes einzelne bringt schon etwas, und man kann nach jedem aufhoeren.
Erstens, die Anfrage in Felder zerlegen. Ein Sprachmodell liest die Mail und gibt eine feste Struktur zurueck: Leistung, Menge, gewuenschter Termin, Ort, Ansprechpartner, Budgetangabe, und vor allem eine Liste dessen, was fehlt. Das ist der Schritt mit dem besten Verhaeltnis von Aufwand zu Wirkung, weil er die Rueckfrage vollstaendig macht. Eine Rueckfrage statt drei spart im Schnitt zwei Tage Liegezeit.
Zweitens, die Rueckfrage formulieren. Aus der Fehlliste wird eine kurze Mail, die genau die offenen Punkte abfragt, in der Sprache des Betriebs, mit der Signatur des zustaendigen Menschen. Diese Mail geht als Entwurf in das Postfach, nicht direkt hinaus.
Drittens, den Angebotsentwurf zusammensetzen. Dafuer braucht es zwei Dinge, die es in den meisten Betrieben schon gibt, nur nicht an einer Stelle: einen Positionskatalog als Tabelle, und zehn bis zwanzig alte Angebote als Muster fuer Aufbau und Ton. Das Modell waehlt die passenden Positionen, uebernimmt die Mengen aus der Anfrage und laesst die Preisspalte leer.
Viertens, die Wiedervorlage. Sieben Tage nach dem Versand eine Erinnerung, mit dem Betreff des urspruenglichen Angebots und der Angebotsnummer. Das ist technisch der einfachste Schritt und der, den Betriebe am haeufigsten vergessen.
Was hier bewusst nicht steht: der Preis. Dazu unten mehr, aber es ist der Kern der Sache. Die Maschine baut das Geruest, nicht die Kalkulation.
Praktisch braucht man dafuer drei Voraussetzungen. Einen gepflegten Positionskatalog, sonst erfindet das Modell Positionen. Ein festes Ausgabeformat, damit die Entwuerfe vergleichbar bleiben. Und einen Ort, an dem die Entwuerfe landen, ohne von selbst hinauszugehen, ueblicherweise der Entwurfsordner im Postfach.
Was das ungefaehr kostet
Alle Angaben sind Groessenordnungen fuer einen Betrieb mit fuenf bis fuenfzehn Angeboten im Monat, keine Angebote und keine Anbieterpreise.
| Posten | Groessenordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Modellkosten je Anfrage | wenige Cent | eine lange Mail plus Entwurf liegt deutlich unter zehn Cent |
| Einrichtung, einmalig | ein bis drei Arbeitstage | der groesste Anteil davon ist der Positionskatalog, nicht die Technik |
| Anbindung an das Postfach | null bis dreissig Euro im Monat | je nachdem, ob eine vorhandene Automatisierung genutzt wird |
| Pflege | rund eine Stunde im Monat | Preise, neue Positionen, Formulierungen nachziehen |
Der ehrliche Posten in dieser Tabelle ist der Positionskatalog. Wer ihn nicht hat, zahlt ihn hier, einmalig und in Arbeitszeit. Wer ihn hat, ist an einem Nachmittag fertig.
Was danach von Hand bleibt
Das ist der Abschnitt, der in Anbieterunterlagen fehlt.
Der Preis. Nicht aus Vorsicht, sondern weil er nicht in den Daten steckt. Ein Preis enthaelt Auslastung, Verhandlungsposition, Erfahrungen mit dem Kunden und die Frage, wie sehr Sie diesen Auftrag wollen. Nichts davon steht in der Anfrage. Ein Modell, das trotzdem einen Preis nennt, hat ihn aus dem Durchschnitt Ihrer alten Angebote geraten, und der Durchschnitt ist bei jedem Angebot der falsche Preis.
Die Entscheidung, ob Sie das ueberhaupt machen wollen. Ein automatischer Entwurf hat die unangenehme Eigenschaft, dass er die Frage nicht mehr stellt. Wenn in zwei Minuten ein fertiges Angebot daliegt, geht es leichter hinaus, als wenn man vierzig Minuten daran gesessen haette. Betriebe, die diesen Schritt automatisieren, schreiben in den ersten Monaten regelmaessig mehr Angebote und nehmen mehr Auftraege an, die sie eigentlich nicht wollten.
Alles, was nicht in der Mail steht. Dass der Kunde beim letzten Mal drei Monate lang nicht gezahlt hat. Dass an dieser Adresse der Zugang schwierig ist. Dass der Ansprechpartner ueblicherweise nachverhandelt. Dieses Wissen steckt in Koepfen, und dort bleibt es.
Die letzte Lesung. Sprachmodelle erfinden Positionen, die plausibel klingen und in Ihrem Katalog nicht existieren, besonders wenn die Anfrage etwas Ungewoehnliches enthaelt. Sie erfinden auch Mengen, wenn keine genannt wurden. Ein Entwurf, der ohne Blick eines Menschen hinausgeht, ist keine Zeitersparnis, sondern eine spaetere Diskussion ueber eine Leistung, die niemand kalkuliert hat.
Die vertragliche Seite. Zahlungsziele, Gewaehrleistung, Bindefrist, Eigentumsvorbehalt. Diese Bausteine kommen aus einer festen Vorlage, die einmal von einem Fachmann geprueft wurde, und sie werden nicht je Angebot neu formuliert. Das ist kein technisches Detail, sondern die Grenze zwischen Textarbeit und Rechtsberatung, und die zweite gehoert nicht in eine Automatisierung.
Woran Sie merken, dass es sich nicht lohnt
Vier Abbruchkriterien, an denen man das Vorhaben mit gutem Gewissen liegen lassen kann:
- Weniger als etwa fuenf Angebote im Monat. Dann ist der Einrichtungsaufwand groesser als der Ertrag, und Sie sind mit einer guten Vorlage im Textprogramm schneller.
- Jedes Angebot ist ein Unikat. Wenn sich Positionen zwischen zwei Auftraegen praktisch nie wiederholen, gibt es nichts zusammenzusetzen. Das Modell hilft dann noch beim Zerlegen der Anfrage, aber nicht beim Entwurf.
- Niemand will den Positionskatalog pflegen. Ein veralteter Katalog erzeugt falsche Angebote schneller, als jemand sie korrigieren kann. Ohne eine Person, die sich zustaendig fuehlt, wird der Vorgang nach vier Monaten wieder von Hand gemacht, nur mit mehr Verwirrung.
- Angebote entstehen bei Ihnen am Telefon. In Gewerken, in denen der Preis im Gespraech gemacht und das Dokument nur nachgereicht wird, sitzt der Engpass nicht dort, wo Sie ihn automatisieren wuerden.
Bleibt keines dieser vier Kriterien haengen, dann ist der erste Schritt nicht die Technik, sondern eine Tabelle mit Ihren dreissig haeufigsten Positionen. Wer die hat, hat den schwierigen Teil hinter sich.
Dieser Beitrag ist maschinell geschrieben und vor der Veroeffentlichung automatisch geprueft. Er beschreibt Arbeitsablaeufe, keine Rechts-, Steuer- oder Medizinberatung. Zahlen sind Groessenordnungen aus oeffentlich einsehbaren Listenpreisen, keine Angebote.