Bewerbungen vorsortieren, ohne jemanden zu Unrecht auszusortieren
Eine Stellenanzeige ist zwei Wochen online, und seitdem sammeln sich Bewerbungen in einem Postfach, manche über ein Formular, manche als loses PDF im Anhang einer E-Mail, manche als Foto eines ausgedruckten Lebenslaufs. Fünfzig oder achtzig Bewerbungen für eine einzige Stelle sind keine Seltenheit, und jede davon verdient einen Blick, bevor jemand entscheidet, wer zum Gespräch eingeladen wird.
In der Praxis sieht sich das aber niemand in Ruhe an. Die Person, die eigentlich vorsortieren soll, führt daneben die Buchhaltung, beantwortet Kundenanfragen oder steht in der Werkstatt, und der Stapel Bewerbungen wandert ans Ende des Tages oder ans Wochenende. Wer zuerst gelesen wird, hängt dann oft davon ab, wer zuerst im Postfach lag, nicht davon, wer am besten zur Stelle passt.
Dieser Beitrag beschreibt, wie sich die erste, rein formale Sichtung abnehmen lässt: wer die genannten Mindestvoraussetzungen erfüllt und wer nicht. Es geht nicht um die Entscheidung, wer eingeladen wird, und nicht um eine Bewertung von Eignung oder Persönlichkeit.
Wie die Vorsortierung heute läuft
Ohne Unterstützung läuft die erste Sichtung meist so ab.
- Jede Bewerbung wird einzeln geöffnet, das Anschreiben überflogen, der Lebenslauf durchgesehen.
- Wer vorsortiert, sucht nach wenigen harten Kriterien: ist die geforderte Ausbildung vorhanden, passt die Berufserfahrung ungefähr, stimmt der Wohnort oder die Bereitschaft zu pendeln.
- Bewerbungen, die klar nicht passen, werden beiseitegelegt, der Rest kommt auf einen Stapel für die nähere Prüfung.
- Bei unklaren Fällen, etwa einer ungewöhnlichen Ausbildung oder einer Lücke im Lebenslauf, wird oft länger überlegt oder die Bewerbung einfach nach hinten geschoben.
- Am Ende bleibt eine Handvoll Bewerbungen übrig, die tatsächlich gelesen und verglichen werden, der Rest wurde eher im Vorbeigehen beurteilt.
Bei fünfzig Bewerbungen dauert allein das erste Durchsehen, grob geschätzt, einen halben bis einen ganzen Arbeitstag. Weil dieser Tag im laufenden Betrieb selten am Stück zur Verfügung steht, zieht sich die Vorsortierung über mehrere Tage oder Wochen, und manche Bewerbung wird in der Zwischenzeit schlicht vergessen.
Was sich davon abnehmen lässt
Ein Sprachmodell kann Lebensläufe und Anschreiben aus unterschiedlichen Formaten lesen und daraus eine einheitliche Tabelle machen. Wichtig ist, dass die Kriterien vorher von Ihnen festgelegt werden, nicht vom Modell selbst erfunden.
Erstens, Angaben strukturiert herausziehen. Ausbildung oder Studienabschluss, Jahre an einschlägiger Berufserfahrung, genannte Zertifikate, Wohnort oder angegebene Mobilität, frühester Starttermin. Diese Angaben stehen danach in einer Spalte, unabhängig davon, ob der Lebenslauf als Tabelle, als Fließtext oder als eingescannter Bogen vorlag.
Zweitens, gegen klar benannte Mindestkriterien abgleichen. Ist eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich X Pflicht, markiert die Tabelle, bei wem diese Angabe fehlt oder unklar ist. Das Kriterium legen Sie fest, das Modell wendet es nur auf den Text an, den es vor sich hat.
Drittens, nach Vollständigkeit sortieren statt nach Eindruck. Bewerbungen, bei denen Pflichtangaben fehlen, etwa kein Nachweis einer geforderten Qualifikation, werden in eine eigene Kategorie "unvollständig" einsortiert, statt ungelesen durchzurutschen oder ungelesen aussortiert zu werden.
Viertens, eine Übersichtsliste erzeugen. Am Ende steht eine Tabelle mit allen Bewerbungen, je Zeile die extrahierten Angaben und die Markierung, welche Mindestkriterien erfüllt sind. Gelesen wird am Ende trotzdem jede Bewerbung, die die Mindestkriterien erfüllt, nur eben in einer sortierten statt in einer zufälligen Reihenfolge.
Der Nutzen liegt darin, dass jede Bewerbung tatsächlich einmal erfasst wird, auch die, die sonst unten im Stapel liegen geblieben wäre, und dass die Reihenfolge der Sichtung nicht mehr vom Zeitpunkt des Posteingangs abhängt.
Was es ungefähr kostet
Alle Angaben sind Größenordnungen für einen Durchlauf mit dreißig bis achtzig Bewerbungen auf eine Stelle, keine Software- und keine Anbieterpreise.
| Posten | Größenordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Modellkosten je Durchlauf | niedriger einstelliger Betrag | abhängig von Anzahl und Länge der Bewerbungen |
| Einrichtung, einmalig | ein Arbeitstag | Kriterienliste einmal klar formulieren und mit jemandem aus dem Team abstimmen |
| Prüfzeit pro Durchlauf | ein bis zwei Stunden | erzeugte Tabelle gegen die Originalbewerbungen stichprobenartig gegenlesen |
| Laufender Betrieb | meist im Rahmen vorhandener Werkzeuge | eine eigene Bewerbermanagement-Software ist für diesen Schritt selten nötig |
Der größte Zeitgewinn entsteht nicht durch weniger Lesen, sondern dadurch, dass die erste Sichtung an einem Stück und nach denselben Kriterien für alle Bewerbungen passiert, statt über Tage verteilt und von der Tagesform abhängig zu sein.
Wo die Vorsortierung an ihre Grenzen stößt
Das Diskriminierungsrisiko ist der wichtigste Punkt in diesem ganzen Ablauf. Ein Sprachmodell liest Namen, Adressen, Geburtsdaten und Formulierungen, und aus solchen Angaben lassen sich Herkunft, Alter, Geschlecht oder familiäre Situation ableiten, auch ohne dass danach gefragt wurde. Ein Modell, das nicht ausdrücklich auf klar benannte, sachliche Kriterien beschränkt wird, kann unbeabsichtigt genau die Merkmale mitgewichten, die bei einer Einstellung keine Rolle spielen dürfen. Deshalb dürfen in diesem Ablauf ausschließlich sachliche, vorher festgelegte Kriterien wie Ausbildung, Erfahrung oder Verfügbarkeit geprüft werden, niemals Name, Foto, Alter oder Herkunft, und die Ausgestaltung des Verfahrens gehört in die Hand einer Person mit arbeitsrechtlicher Fachkenntnis, nicht in dieses Werkzeug.
Eine automatische Ablehnung ohne menschlichen Blick. Dieser Ablauf sortiert nur vor, er lehnt niemanden endgültig ab. Jede Bewerbung, bei der eine Angabe fehlt oder unklar ist, muss von einem Menschen gegengelesen werden, denn ein Lebenslauf kann unvollständig wirken, obwohl die Qualifikation tatsächlich vorhanden ist, nur anders formuliert.
Die Einschätzung von Anschreiben und Motivation. Ob ein Anschreiben überzeugt, ob jemand ins Team passt, ob eine ungewöhnliche Berufsbiografie ein Vorteil oder ein Risiko ist, das sind Einschätzungen, die ein Modell nicht zuverlässig treffen kann und die nicht an dieses Werkzeug delegiert werden sollten.
Ungewöhnliche Lebensläufe. Quereinsteiger, ausländische Abschlüsse ohne direkte deutsche Entsprechung oder längere Erwerbslücken werden von einer automatischen Kriterienprüfung leicht falsch einsortiert. Genau diese Fälle brauchen eine persönliche Prüfung, nicht weniger, sondern mehr Aufmerksamkeit als der Durchschnitt.
Woran Sie merken, dass es sich nicht lohnt
- Wenige Bewerbungen pro Stelle. Bei unter zehn bis fünfzehn Bewerbungen liest ohnehin jeder jede, eine Vorsortierung spart hier kaum Zeit.
- Stellen mit stark subjektiven Anforderungen. Wo es vor allem auf Ausstrahlung, Teamgefüge oder künstlerisches Urteil ankommt, helfen harte Kriterien wenig, und die Vorsortierung täuscht eine Objektivität vor, die es nicht gibt.
- Keine klar formulierbaren Mindestkriterien. Lässt sich vorab nicht sauber benennen, was ein Ausschlusskriterium ist, fehlt die Grundlage für diesen Ablauf, und jede Automatisierung würde die Unklarheit nur verschleiern.
- Kein Zeitfenster für die Einrichtung. Wer die Kriterienliste nicht in Ruhe mit jemandem aus dem Unternehmen abstimmen kann, sollte besser bei der gewohnten manuellen Sichtung bleiben, als ein schlecht durchdachtes Kriterienset einzusetzen.
Dieser Beitrag ist maschinell geschrieben und vor der Veroeffentlichung automatisch geprueft. Er beschreibt Arbeitsablaeufe, keine Rechts-, Steuer- oder Medizinberatung. Zahlen sind Groessenordnungen aus oeffentlich einsehbaren Listenpreisen, keine Angebote.