Lieferscheine und Rechnungen automatisch abgleichen
Am Dienstag kommt eine Lieferung Material an, der Fahrer reicht einen Lieferschein durch die Tuer, jemand unterschreibt und legt den Zettel auf einen Stapel. Drei Wochen spaeter liegt eine Sammelrechnung im Postfach, die sich auf vier verschiedene Lieferungen aus diesem Zeitraum bezieht, mit insgesamt vierzig Positionen. Ob die Mengen und Preise auf der Rechnung zu dem passen, was tatsaechlich geliefert wurde, weiss in diesem Moment niemand.
Genau dieser Abgleich bleibt oft liegen, weil er unangenehm klein und gleichzeitig unangenehm langwierig ist. Eine einzelne Position falsch berechnet faellt selten auf, vierzig Positionen in einer Rechnung schon eher, aber nur, wenn tatsaechlich jemand jede einzelne mit dem passenden Lieferschein vergleicht. In der Praxis geschieht das oft nur stichprobenartig oder gar nicht, und Abweichungen fallen erst auf, wenn ein Lieferant ungewoehnlich hohe Zahlungen einfordert oder ein Kontostand nicht zur erwarteten Auftragslage passt.
Dieser Beitrag beschreibt den Abgleich zwischen bereits vorhandenen digitalen Lieferscheinen und Rechnungen, also gescannten Papierbelegen oder Dateien aus einem E-Mail-Postfach. Es geht nicht um die Anbindung an eine Warenwirtschaft und nicht um die Buchung selbst.
Wie der Ablauf heute laeuft
Ohne Unterstuetzung sieht der Abgleich einer Sammelrechnung mit mehreren Lieferungen ungefaehr so aus.
- Die Rechnung kommt per Post oder E-Mail an und wird ausgedruckt oder am Bildschirm geoeffnet.
- Jemand sucht die passenden Lieferscheine heraus, aus einem Ordner, einem Aktenstapel oder mehreren E-Mails, sortiert nach Lieferdatum oder Lieferantennummer.
- Position fuer Position wird verglichen: stimmt die gelieferte Menge mit der berechneten Menge ueberein, stimmt der Preis mit dem vereinbarten oder zuletzt bezahlten Preis, taucht ueberhaupt jede Position auf einem Lieferschein auf.
- Abweichungen werden auf der Rechnung markiert, oft mit Kugelschreiber, manchmal auf einem separaten Zettel notiert, zusammen mit der vermuteten Ursache.
- Bei Unklarheiten wird der Lieferant angerufen oder angeschrieben, was selten sofort beantwortet wird und den Abgleich zusaetzlich in die Laenge zieht.
- Erst wenn alle Positionen prueft oder als geklaert markiert sind, geht die Rechnung zur Zahlung frei.
Bei einer Sammelrechnung mit dreissig bis vierzig Positionen und vier zugehoerigen Lieferscheinen dauert allein das Heraussuchen und Vergleichen, grob geschaetzt, eine dreiviertel bis eine ganze Stunde, ohne die Zeit fuer Rueckfragen beim Lieferanten. Bei mehreren Lieferanten und mehreren Sammelrechnungen im Monat summiert sich das auf einen spuerbaren Teil der Buerozeit, der selten als eigene Aufgabe eingeplant ist, sondern zwischen anderen Dingen erledigt wird.
Was sich davon abnehmen laesst
Ein Sprachmodell mit Bilderkennung kann Text und Tabellen aus gescannten Lieferscheinen und Rechnungen lesen und in eine einheitliche Form bringen. Es erkennt Zeichen und Zahlen, es kennt weder den Lieferanten noch die vereinbarten Konditionen.
Erstens, Lieferscheine und Rechnung in dieselbe Tabellenform bringen. Aus einem Foto oder Scan werden Artikelbezeichnung, Menge, Einzelpreis und Gesamtpreis in einer strukturierten Liste erfasst, egal ob die Vorlage getippt, gedruckt oder handschriftlich ausgefuellt ist.
Zweitens, Position fuer Position automatisch vergleichen. Die Zeilen aus den Lieferscheinen werden den Zeilen auf der Rechnung gegenuebergestellt. Wo Menge, Bezeichnung und Preis uebereinstimmen, ist nichts weiter zu tun. Wo eine Zeile fehlt, doppelt vorkommt oder abweicht, wird sie markiert.
Drittens, eine kurze Liste statt einer langen Rechnung. Am Ende steht nicht die komplette Rechnung zur erneuten Durchsicht, sondern eine kurze Aufstellung der Abweichungen, mit Verweis auf die betroffene Position und den vermuteten Grund, etwa eine hoehere Menge auf der Rechnung als auf dem Lieferschein.
Viertens, ein Vorschlag fuer die Ursache, keine Entscheidung. Bei einer abweichenden Menge kann ein Hinweis stehen, ob es sich um eine spaetere Nachlieferung, einen Tippfehler oder eine tatsaechliche Falschlieferung handeln koennte. Das ist eine Einordnung auf Grundlage der vorliegenden Zahlen, keine Feststellung.
Der Nutzen liegt darin, dass eine Person nicht mehr vierzig Positionen einzeln nachrechnet, sondern eine bereits vorsortierte Liste von vielleicht drei oder vier auffaelligen Zeilen prueft.
Was es ungefaehr kostet
Alle Angaben sind Groessenordnungen fuer einen Betrieb mit etwa zehn bis zwanzig Lieferantenrechnungen im Monat, keine Software- und keine Anbieterpreise.
| Posten | Groessenordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Modellkosten je Rechnung | wenige Cent bis niedriger einstelliger Betrag | abhaengig von Positionsanzahl und Bildqualitaet |
| Einrichtung, einmalig | ein bis zwei Arbeitstage | Testlauf mit echten Lieferscheinen und Rechnungen verschiedener Lieferanten |
| Pruefzeit pro Rechnung | fuenf bis zehn Minuten | nur die markierten Abweichungen ansehen, nicht die ganze Rechnung |
| Laufender Betrieb | meist im Rahmen vorhandener Werkzeuge | eine eigene Warenwirtschaft ist fuer dieses Sortieren selten noetig |
Der groesste Zeitgewinn liegt nicht in der Erfassung selbst, sondern darin, dass aus einem vollstaendigen Zeile-fuer-Zeile-Vergleich eine kurze Pruefung von Ausnahmen wird.
Was danach von Hand bleibt
Die Entscheidung ueber jede Abweichung. Ob eine hoehere Menge auf der Rechnung berechtigt ist, weil noch eine Teillieferung nachkam, oder ob es sich um einen Fehler handelt, weiss nur jemand, der den Vorgang kennt. Das Modell liefert die Gegenueberstellung, die Bewertung bleibt bei einer Person im Betrieb.
Schlecht lesbare oder handschriftlich ausgefuellte Lieferscheine. Verwischte Stempel, durchgestrichene und handschriftlich korrigierte Mengen oder eine sehr blasse Kopie fuehren zu Erfassungsfehlern, die nicht auffallen, wenn niemand nachsieht. Bei jeder markierten Abweichung lohnt sich ein Blick auf den Originalbeleg.
Rahmenvertraege, Rabattstaffeln und muendliche Sonderpreise. Ein automatischer Abgleich prueft, ob Lieferschein und Rechnung zueinander passen, nicht, ob der berechnete Preis der vereinbarte ist. Wo Sonderkonditionen gelten, die nirgendwo schriftlich hinterlegt sind, muss weiterhin jemand pruefen, der die Vereinbarung kennt.
Die Freigabe zur Zahlung. Wer eine Rechnung letztlich freigibt, ist eine Frage der internen Ablaeufe eines Betriebs, nicht eine Frage, die eine automatische Erfassung beantwortet. Die konkrete Ausgestaltung, etwa ob zwei Personen gegenzeichnen muessen, gehoert weiterhin in die Hand des Betriebs und im Zweifel in die Abstimmung mit der Steuerberatung.
Woran Sie merken, dass es sich nicht lohnt
- Wenige Rechnungen im Monat. Bei ein bis zwei Lieferantenrechnungen pro Monat mit uebersichtlichen Positionen ist der direkte Vergleich von Hand oft schneller als Einrichtung und Pruefung eines automatischen Abgleichs.
- Schon vorhandene Warenwirtschaft mit eingebautem Abgleich. Wo Wareneingang und Rechnungspruefung bereits in einer bestehenden Software zusammenlaufen, loest dieser Ablauf ein Problem, das dort schon geloest ist.
- Durchgehend handschriftliche, schwer leserliche Belege. Bei sehr unsauberer Handschrift oder stark verblassten Durchschlaegen kann die Zeit fuer die Kontrolle der Erfassung den Vorteil gegenueber dem direkten Vergleich wieder aufheben.
- Immer nur ein Lieferant pro Rechnung ohne Sammelpositionen. Bei kurzen Rechnungen mit ein oder zwei Positionen faellt eine Abweichung ohnehin sofort auf, ohne dass sich ein eigener Abgleich lohnt.
Dieser Beitrag ist maschinell geschrieben und vor der Veroeffentlichung automatisch geprueft. Er beschreibt Arbeitsablaeufe, keine Rechts-, Steuer- oder Medizinberatung. Zahlen sind Groessenordnungen aus oeffentlich einsehbaren Listenpreisen, keine Angebote.