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EUDR-Lieferantenanschreiben: Muster für DDS-Referenznummern

Sie suchen ein EUDR-Lieferantenanschreiben, mit dem Sie die DDS-Referenznummer bei Ihren Lieferanten anfordern? Hier finden Sie zwei kostenlose Muster-Mails zum Kopieren, eine auf Deutsch und eine auf Englisch für Lieferanten außerhalb der EU. Dazu die Antwort auf die Frage, ob Sie pro Bestellung oder einmal im Jahr fragen sollten, einen Nachfass-Zeitplan vor dem 30.12.2026 und ein durchgerechnetes Beispiel aus einer Rösterei mit 20 Lieferanten.

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Warum dieses Anschreiben Ihr erster EUDR-Schritt ist

Jede EUDR-Vorbereitung beginnt am selben Punkt: bei der Frage, ob Ihre Lieferanten überhaupt wissen, dass Sie ab dem 30.12.2026 beziehungsweise 30.06.2027 DDS-Referenznummern von ihnen brauchen. Ohne dieses Anschreiben passiert meistens nichts, weil kein Lieferant von selbst anfängt, Nummern mitzuschicken. Das Muster in diesem Beitrag ist deshalb Schritt 3 der EUDR-Checkliste in 5 Schritten: Lieferanten erfassen und Nummern anfordern. Schicken Sie es früh, denn die Antwortzeiten Ihrer Lieferanten sind der Teil des Prozesses, den Sie am wenigsten beeinflussen können.

Was Sie genau anfordern

Ihr Anschreiben sollte drei Dinge konkret benennen, keine allgemeine Bitte um EUDR-Unterlagen:

Nach aktuellem Stand müssen Sie als nachgelagerter Händler keine eigene Sorgfaltserklärung abgeben, das bleibt Aufgabe des Erstinverkehrbringers. Warum das Erheben und Verwalten der Nummern trotzdem Ihre Aufgabe bleibt, erklärt der Beitrag zu den EUDR-Pflichten für Händler. Diese Einordnung ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Prüfen Sie Sonderfälle wie Mehrfachlieferanten oder Importe über Drittländer im Zweifel mit Ihrer Rechtsabteilung.

Muster-Mail auf Deutsch, kopierbar

Passen Sie Firmenname, Ansprechpartner und E-Mail-Adresse an, bevor Sie die Mail verschicken.

Betreff: DDS-Referenznummern zu Ihren Lieferungen ab [Datum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, Verordnung (EU) 2023/1115) benötigen wir ab sofort zu jeder Lieferung folgende Angaben:

  • die DDS-Referenznummer und die Verifikationsnummer der zugrunde liegenden Sorgfaltserklärung,
  • die Zuordnung dieser Nummer zur jeweiligen Bestellung, Charge oder Lieferung,
  • einen Ansprechpartner in Ihrem Haus für Rückfragen zur Sorgfaltserklärung.

Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie diese Angaben ab der nächsten Lieferung mitliefern können, wahlweise auf dem Lieferschein, auf der Rechnung oder per E-Mail an [E-Mail-Adresse Einkauf].

Geben Sie selbst keine eigene Sorgfaltserklärung ab, weil Sie die Ware von einem vorgelagerten Lieferanten beziehen, genügt uns die Nummer dieser vorgelagerten Erklärung, sofern Sie uns die Quelle benennen können.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Wir bitten um eine Rückmeldung bis zum [Datum, 10 Werktage].

Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
[Ihre Firma]

Muster-Mail auf Englisch für Nicht-EU- und internationale Lieferanten

Für Lieferanten außerhalb der EU, etwa Anbaubetriebe oder Exporteure in Ursprungsländern, verwenden Sie die englische Fassung. Der Inhalt ist derselbe, nur die Sprache ändert sich.

Subject: DDS reference numbers for your deliveries from [date]

Dear Sir or Madam,

Under the EU Deforestation Regulation (EUDR, Regulation (EU) 2023/1115), we require the following information for every delivery from now on:

  • the DDS reference number and the verification number of the underlying due diligence statement,
  • the assignment of this number to the relevant order, batch or delivery,
  • a contact person at your company for questions about the due diligence statement.

Please let us know whether you can provide this information starting with the next delivery, either on the delivery note, on the invoice, or by email to [purchasing email address].

If you do not submit your own due diligence statement because you source the goods from an upstream supplier, the reference number of that upstream statement is sufficient, provided you can name your source.

We are happy to answer any questions. Please reply by [date, 10 working days].

Kind regards,
[your name]
[your company]

Jährliche Rahmenabfrage oder Abfrage je Bestellung?

Nicht jeder Lieferant braucht bei jeder Bestellung eine neue Mail. Zwei Modelle haben sich in der Praxis bewährt.

Die jährliche Rahmenabfrage eignet sich für Lieferanten mit vielen kleinen, regelmäßigen Lieferungen aus derselben Quelle. Sie schreiben einmal im Jahr, zu Jahresbeginn oder vor der Liefersaison, und vereinbaren den Prozess: Der Lieferant liefert die DDS-Referenznummer künftig automatisch mit jedem Lieferschein oder jeder Rechnung mit, ohne dass Sie jedes Mal erneut nachfragen müssen. Die einzelne Nummer bleibt dabei immer an die konkrete Lieferung oder Charge gebunden, das ändert die Rahmenabfrage nicht, sie regelt nur, wie und wann die Nummer bei Ihnen ankommt.

Die Abfrage je Bestellung eignet sich für neue Lieferanten, unregelmäßige Bestellungen oder Lieferanten mit wechselnden Ursprungsländern. Hier fragen Sie die Nummer bei jeder einzelnen Bestellung gezielt ab, weil sich die zugrunde liegende Sorgfaltserklärung von Lieferung zu Lieferung unterscheiden kann.

Ein verbreitetes Missverständnis: Die Rahmenabfrage ist keine jährliche Sammel-Referenznummer. Nach aktuellem Stand ist jede Sorgfaltserklärung an eine konkrete Menge Ware gebunden, nicht an einen Lieferanten als Ganzes. Die Rahmenabfrage vereinbart nur den Prozess, nicht eine einzige Nummer fürs ganze Jahr.

Typische Antworten und was sie bedeuten

Nach dem Versand kommen in der Regel drei Arten von Antworten:

Nachfassen: Zeitplan und Eskalationsstufen vor dem 30.12.2026

Ein fester Zeitplan verhindert, dass Anfragen im Postfach versanden:

Damit für alle vier Stufen genug Zeit bleibt, sollten Sie die erste Runde an alle Lieferanten spätestens im Oktober 2026 verschicken. Wer erst im Dezember startet, trifft bei vielen Lieferanten auf volle Postfächer, weil dann alle Handelspartner gleichzeitig fragen.

Antworten ablegen: 5 Jahre, auffindbar, nicht im Mail-Postfach

Eine Antwort mit Referenznummer ist erst dann etwas wert, wenn Sie sie 5 Jahre später wiederfinden. Ein einzelnes E-Mail-Postfach ist dafür ungeeignet, sobald Mitarbeiter wechseln oder das Postfach aufgeräumt wird. Legen Sie stattdessen fest, an welchem zentralen Ort Antworten landen, wie die Nummer der jeweiligen Bestellung zugeordnet wird und wer im Unternehmen für die Vollständigkeit verantwortlich ist. Bei einer Handvoll Lieferanten reicht dafür eine gepflegte Tabelle. Bei 20 Lieferanten und mehreren Anschreiben-Runden im Jahr nimmt Ihnen ein Werkzeug wie Herkado das Einsammeln der Antworten, die Zuordnung zur Lieferung und die 5-jährige Archivierung ab, ohne dass Sie Tabellen manuell pflegen müssen.

Praxisbeispiel: Rösterei mit 8 Mitarbeitern und 20 Lieferanten

Eine Rösterei mit 8 Mitarbeitern bezieht Rohkaffee, Verpackungsmaterial und Kaffeebecher aus Karton von insgesamt 20 Lieferanten. Der Einkauf schreibt alle 20 Lieferanten in der ersten Oktoberwoche 2026 mit der deutschen oder englischen Mustermail an, je nach Sitz des Lieferanten. Das Personalisieren jeder Mail dauert im Schnitt 5 Minuten, macht zusammen rund 100 Minuten für die Erstansprache. Nach 10 Tagen antworten erfahrungsgemäß etwa die Hälfte der Lieferanten mit einer Zusage oder direkt mit den Nummern, die übrigen 10 bekommen eine Erinnerungsmail, wieder 5 Minuten pro Lieferant, macht 50 Minuten. Nach weiteren 10 Tagen bleiben typischerweise 3 bis 5 Lieferanten übrig, die nicht reagiert haben. Hier lohnt sich ein kurzer Anruf statt einer dritten Mail, rund 15 Minuten je Gespräch, macht bei 5 Lieferanten 75 Minuten. Insgesamt braucht die erste vollständige Anschreiben-Runde damit rund 4 Stunden Arbeitszeit für 20 Lieferanten, verteilt auf gut 3 Wochen. Wiederholt sich das jedes Jahr oder bei jedem neuen Lieferanten, addiert sich der Aufwand, hier zahlt sich eine feste Ablage aus, damit niemand bei Lieferant Nummer 15 vergisst, wer schon geantwortet hat. Mehr zu den EUDR-Pflichten für Röstereien im Allgemeinen lesen Sie im Beitrag zu EUDR für Röstereien. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Können Sie mir eine Muster-E-Mail schreiben, mit der ich als Rösterei die DDS-Referenznummern bei meinen Rohkaffee-Lieferanten anfordere?

Ja, genau diese Vorlage finden Sie oben im Artikel, auf Deutsch für Lieferanten in der EU und auf Englisch für Lieferanten außerhalb der EU. Passen Sie Firmenname, Ansprechpartner und E-Mail-Adresse an und ergänzen Sie bei Bedarf die konkrete Warengruppe, zum Beispiel Rohkaffee oder Verpackungen aus Karton.

Was mache ich, wenn mein Lieferant nicht antwortet?

Halten Sie sich an einen festen Zeitplan: eine Erinnerung nach etwa 10 Tagen über denselben Kanal, danach ein Anruf oder ein Kontakt über Ihren Ansprechpartner nach weiteren 10 Tagen. Antwortet der Lieferant auch nach rund 30 Tagen nicht, sollten Sie vor dem 30.12.2026 prüfen, ob Sie die Bestellung fortsetzen oder auf einen Lieferanten wechseln, der die Nummern liefern kann.

Muss mir mein Lieferant die DDS-Referenznummer geben?

Eine unmittelbare Pflicht zur Herausgabe an Sie besteht nach aktuellem Stand nicht in jedem Fall, in der Praxis machen aber immer mehr Lieferanten die Nummer zur Standardangabe, weil ihre eigenen Abnehmer sie verlangen. Machen Sie die Angabe deshalb zur Bestellbedingung und lassen Sie sich im Zweifel erklären, warum ein Lieferant die Nummer nicht nennen kann.

Frage ich die Referenznummer bei jeder Bestellung neu ab oder reicht eine jährliche Anfrage?

Das hängt vom Lieferanten ab. Bei regelmäßigen Lieferungen aus derselben Quelle reicht eine jährliche Rahmenabfrage, die den Prozess für das ganze Jahr regelt. Bei neuen Lieferanten, unregelmäßigen Bestellungen oder wechselnden Ursprungsländern fragen Sie besser bei jeder einzelnen Bestellung nach, weil sich die zugrunde liegende Sorgfaltserklärung ändern kann.

Brauche ich von meinem Lieferanten auch die Geodaten der Anbauflächen?

Nein, als nachgelagerter Händler benötigen Sie nach aktuellem Stand nicht die Geodaten selbst, sondern die DDS-Referenznummer und die Verifikationsnummer der Sorgfaltserklärung, die diese Daten bereits enthält. Die Geodaten werden vom Erstinverkehrbringer im EU-Informationssystem hinterlegt, nicht bei Ihnen.

Fordern Sie das komplette Download-Paket an (Deutsch, Englisch und Nachfass-Mail als Word und PDF) unter muster@herkado.com, oder lassen Sie Herkado diese Anfragen automatisch verschicken, nachfassen und tracken.

Betroffenheits-Check starten

Herkado sammelt die DDS-Referenznummern Ihrer Lieferanten automatisch ein. Ab 39 EUR/Monat, für Lieferanten kostenlos.